Bei Schamanen: außerkörperliche Erfahrung

Bei Schamanen: außerkörperliche Erfahrung

Es verspricht wieder ein wunderbar sonniger Tag zu werden. Wir sollen uns in der Wiese vor dem schwarzen Ovoo verteilen und meditieren. Es ist heiß. Ich knie auf einem dünnen Sitzkissen. Lange Ärmel, lange Hose, keine Kopfbedeckung. Wir brüten in der Sonne.

Das Ritual-Tipi

Einer nach dem anderen werden wir in das Holz-Tipi geführt. Nach knapp zwei Stunden bin ich an der Reihe. Da in meinen Beinen kaum mehr Blut zu fließen scheint, klappe ich nach dem Aufstehen gleich wieder zusammen. Mit Buggys Unterstützung wanke ich zur Hütte. Eine eigenartige Aura umgibt sie. Es ist ein wenig kühler in ihrem Inneren, aber kaum Platz sich darin umzudrehen. Ich soll mich vor den Altar auf die Kissen knien. Schon wieder knien! Nur kurz nehme ich all die Objekte im Inneren war. Eine Schamanin verbindet mir die Augen und setzt sich hinter mich. Ich nehme eine weitere Person wahr. Beide beginnen nun jeweils nahe meiner beiden Ohren Maultrommel zu spielen, die Khomus, die traditionell zur Kommunikation mit den Naturgeistern verwendet wird .

Meine erste außerkörperliche Erfahrung

Die eigenartige Musik nimmt mich mit. Mein Körper bewegt sich im Rhythmus, mein Kopf kreist, nickt, wippt…diese Klänge, die schwüle Luft, die Ausstrahlung und der Geruch all der seltsamen Objekte… die beiden Schamaninnen ziehen mit ihrem Spiel etwas aus mir heraus, ganz behutsam….MICH, mein Selbst. Es ist ganz eigenartig. Ich meine neben mir zu schweben. Wunderbar leicht. Ein unglaubliches Gefühl der Freiheit! Und der Geborgenheit. Ein Schrei, ein Glücksschrei entfährt meiner Kehle.

Darüber selbst erschrocken, sacke ich zusammen und falle nach hinten um. Da liegt bereits ein dickes großes Kissen bereit! Ich kann mich nicht bewegen. Fühle mich wie Gummi. Eine der Schamaninnen nimmt ein Schälchen, daraus einen Schluck und sprüht mir Wodka ins Gesicht. Augenblicklich bin ich wieder da, bei mir, in mir.

Sie helfen mir mich wieder aufzusetzen und geben mir noch eine „Wodkadusche“ in den Rücken.

Bei Schamanen: außerkörperliche Erfahrung im Ritual Tipi

Was habe ich da erlebt? Das waren Glücksgefühle…unbeschreiblich. Mir rinnen die Tränen hinunter. Zurück an meinem Platz in der Wiese spüre ich diesem Gefühl hinterher. Hatte ich eine außerkörperliche Erfahrung? Der Beginn einer Astralreise? Doch da war noch etwas anderes… Es ist fort. Ich habe viel Zeit darüber nachzudenken, denn ich habe danach noch weitere Stunden an meinem Platz zu knien. Der Schweiß rinnt. Wir fühlen uns wie gekocht. Die Knie schmerzen. Bis uns der Ruf zum Abendessen erlöst.

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