Kraftplatz: der Graue Stein

Kraftplatz: der Graue Stein

200 Meter über dem Inntal liegt auf einer Bergnase ein außergewöhnlicher Stein: der Graue Stein. Außergewöhnlich deshalb, weil er aus Granit besteht. Die Berge rundherum jedoch aus Kalk.

Herbstnebel

Vom Oberaudorfer Ortsteil Agg führt ein etwas steiler Weg durch einen wunderschönen Mischwald in einer halben Stunde zum Grauen Stein. Ich liebe es wenn im Tal unten die Herbstnebel wabbern, und ich mit jedem Schritt bergauf dem Licht und der Wolkengrenze näher komme.

Schattenspiel bei Nebel und Sonne

Kraftplatz Grauer Stein

Die Anstrengung wird belohnt. Licht, Nebel und Schatten zaubern eine magisch mystische Atmosphäre. Doch auch bei anderen Wetterlagen herrscht beim Grauen Stein eine besondere Stimmung. Das letzte Stück des Weges wird der Weg zum Pfad. Dann hast Du die Bergschulter erreicht, und vor Dir liegt dieser Rhombenförmige Stein inmitten einer kleinen Lichtung.

Kraftplatz: der Graue Stein

Der Graue Stein in Sagen und Legenden

Er liegt hier bereits seit über 10 Tausend Jahren. Schon die Kelten und Römer haben sich Gedanken darüber gemacht, wie dieser andersartige Felsblock wohl dahin gekommen sein mag. Und so ranken sich einige Sagen und Legenden um den Grauen Stein und dessen Herkunft: Ein gewaltiger Riese habe einst in der Höhlenstein-Höhle am Bichlersee, am Fusse des Wildbarren gehaust und dort gewaltige Schätze angesammelt. Er soll den Grauen Stein, der ihm als Tisch diente, einem Dieb hinterher geschleudert haben, der seither unter dem Felsblock begraben läge: „Der Schneider, der Riese und der graue Stein auf dem Wildbarren“.

Der Graue Stein in Sagen und Legenden

Der Graue Stein widerstand den vielfältigen Versuchen ihn zu bergen oder zu zerlegen. Das belegen die gehauenen Löcher und Spalten, die auf der Oberseite des Grauen Stein zu finden sind. Und sogar diese handwerklichen Spuren fanden Eingang und Erklärung im Märchen: „vom Teufel mit der Pfarrersköchin“ .

Der Graue Stein in Sagen und Legenden

Ursprung des Grauen Stein

Erst durch die Gletscherforschung wurde von Geologen des 19. Jahrhunderts das Rätsel der Findlinge, wie solche einzeln liegenden, großen Steine genannt werden, gelöst. Bei Niederaudorf verengt sich das Inntal zwischen Kranzhorn und dem Wildbarren. Die Gletscher der Eiszeiten formten dieses Tal und transportierten auch Massen an Gestein aus dem Hochgebirge ins Voralpenland. Dieser Graue Stein wurde während der letzten Eiszeit vor 10.000 Jahren wohl aus dem Gebiet der Hohen Tauern vom Gletschereis hierher transportiert und beim Abschmelzen des Eises an der Bergflanke abgelegt.

Ausblick ins Inntal und in die Bergwelt

Heute ist dieses Naturdenkmal bei Oberaudorf geschützt, und ein wunderbarer Kraftplatz.

TIPP: Etwas unterhalb befindet sich ein Aussichtspavillon, von dem aus Du einen wunderbaren Blick über das Inntal und in die Bergwelt genießen kannst.

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